Erich Fried/rich Hölderlin
Beunruhigungen /  Wohin denn ich?

Eine „Berührung“ in Poesie und Klang… von und mit dem Schauspieler Moritz Stoepel und dem Multiinstrumentalisten und Komponisten Christopher Herrmann.

 

Zwei ruhelose Wanderer und beharrlich Fragende, zwei leidenschaftlich engagierte Dichter auf der Suche nach den Menschheitswerten, nach Heimat und verlorenen Erinnerungen, nach Träumen, Sehnsüchten, Hoffnungen … nach Liebe und paradiesischem Glück. 

Der eine, Friedrich Hölderlin (1770-1843), der gemeinsam mit seinen Tübinger Kommilitonen Hegel und Schelling forderte, dass der „Staat abgeschafft gehört und die Poesie den Menschen zu freien Wesen machen soll, ja, die Dichtung zur menschheitsformenden, rettenden Kraft wird“  - ein launischer Sonderling, der von Naturliebe und der Verschmelzung von Mensch und Natur erfüllt war - Hölderlin träumte „den Traum eines erlösten und erfüllten Lebens in Liebe und Freiheit und erwachte in einer Welt, die wahnsinnig, unberechenbar und abgründig war.“ (nach Eberhard Rathgeb)

Der andere, Erich Fried (1921-1988), einer der brillantesten, scharfsinnigsten, intellektuellsten, furchtlosesten politischen Dichter der deutschen Sprache und tiefster Verehrer und Bewunderer Friedrich Hölderlins, der genau diese wahnsinnige, unberechenbare und abgründige Welt und die damit verbundenen Ängste, Schmerzen, Leiden und Freuden in Lyrik und Prosa verwandelt hat und bis heute in seiner unnachgiebig kritischen Weltbetrachtung immer noch erschreckend verstörend und aktuell ist.

 

Zum 100. Geburtstag (2021) von Erich Fried und zum 250. Geburtstag (2020) von Friedrich Hölderlin war es für mich ein großes Anliegen diesen beiden, von mir so verehrten Dichtern, die mich Zeit meines Lebens mit ihren aufrüttelnden und berührenden Dichtkunst begleitet haben, mein neuestes Projekt zu widmen. - „Beunruhigungen“ und „Berührungen“, ein literarisches Zusammen- und Ineinanderfließen von zwei der bedeutendsten und wichtigsten Dichtern der deutschen Sprache.